{"id":418,"date":"2021-07-05T13:27:50","date_gmt":"2021-07-05T11:27:50","guid":{"rendered":"https:\/\/medien-doktor.de\/umwelt\/?page_id=418"},"modified":"2021-12-09T10:07:35","modified_gmt":"2021-12-09T09:07:35","slug":"die-kriterien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/","title":{"rendered":"Die Kriterien"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|||||&#8220; da_disable_devices=&#8220;off|off|off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; da_is_popup=&#8220;off&#8220; da_exit_intent=&#8220;off&#8220; da_has_close=&#8220;on&#8220; da_alt_close=&#8220;off&#8220; da_dark_close=&#8220;off&#8220; da_not_modal=&#8220;on&#8220; da_is_singular=&#8220;off&#8220; da_with_loader=&#8220;off&#8220; da_has_shadow=&#8220;on&#8220;][et_pb_row column_structure=&#8220;2_3,1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;2_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift &#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h1>Die Kriterien<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht der Kriterien des Medien-Doktor GESUNDHEIT, Medien-Doktor ERN\u00c4HRUNG und Medien-Doktor UMWELT k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/medien-doktor.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Relaunch_Kriterien_MDU_MDG_MDE.pdf\">hier als pdf herunterladen<\/a>.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;Bewertete Beitr\u00e4ge &#8220; module_id=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.14.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h2>Bewertete Beitr\u00e4ge<\/h2>\n<p>Bewertet werden<strong>\u00a0journalistische Beitr\u00e4ge<\/strong> (mehr als 200 W\u00f6rter) aus Publikumsmedien, bei denen im Zentrum der Berichterstattung (d. h. in mehr als 50 Prozent des Beitrags)\u00a0<strong>ein Umweltthema<\/strong> steht. Die nachfolgenden Kriterien sollen Journalisten und Journalistinnen als Leitfaden dienen. Sie sollen dabei helfen, die zu diesem Zeitpunkt verf\u00fcgbaren Informationen zu einem Thema innerhalb der M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Redaktion m\u00f6glichst sorgf\u00e4ltig aufzubereiten.<\/p>\n<p>Die Struktur des Kriterienkatalogs haben wir 2020 \u00fcberarbeitet: <a href=\"https:\/\/medien-doktor.de\/umwelt\/mediendoktor-umwelt-alte-kriterien\/\">Zun\u00e4chst hatten wir die Kriterien in drei allgemeinjournalistische und 10 umweltjournalistische Kriterien gegliedert.<\/a> Dabei hatten wir uns auch an internationalen Vorbildern im Medizinjournalismus (US-amerikanischer <em>Health News Review<\/em> und <em>Media Doctor Australia<\/em> ) orientiert. Nun haben wir uns entschlossen, uns von dieser Historie ein St\u00fcck weit zu l\u00f6sen. <a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/bewertungen\/die-kriterien\/\">Den Kriterienkatalog<\/a>, nach dem wir Beitr\u00e4ge zu Umweltthemen bewerten, gliedern wir jetzt in umweltspezifische, wissenschaftsjournalistische und allgemeinjournalistische Kriterien. Analog verfahren wir auch in den anderen Medien-Doktor-Projekten zu Medizin- und Ern\u00e4hrungsthemen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;Kriterien&#8220; module_id=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Bewertungskriterien des Medien-Doktors UMWELT<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;1. Keine \u00dcbertreibung \/ Verharmlosung&#8220; module_id=&#8220;\u00fcbertreibung&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>1. Keine \u00dcbertreibung \/ Verharmlosung<\/h3>\n<h4>Risiken und Chancen werden weder \u00fcbertrieben dargestellt noch bagatellisiert<\/h4>\n<p>Der Beitrag stellt Risiken und Chancen, Schaden und Nutzen nach dem aktuellen Wissensstand korrekt und angemessen dar, wobei er diese weder \u00fcbertreibt noch bagatellisiert. Im Falle von Risiken ist einerseits das Vorsorgeprinzip zu ber\u00fccksichtigen: Gibt es ernsthafte Anzeichen f\u00fcr eine Gef\u00e4hrdung von Umwelt und\/oder Gesundheit, so ist ein Bericht auch dann gerechtfertigt, wenn Ausma\u00df und m\u00f6gliche Folgen noch nicht mit letzter Sicherheit feststehen. Andererseits ist eine unbegr\u00fcndete Skandalisierung oder gar \u201ePanikmache\u201c ebenso zu vermeiden wie die Verharmlosung tats\u00e4chlicher oder m\u00f6glicher Probleme. Ein Beitrag darf nicht den Eindruck erwecken, dass Risiken bzw. Chancen gr\u00f6\u00dfer oder geringer seien, als es durch die verf\u00fcgbaren Daten belegt ist. Ist das Ausma\u00df eines Problems noch nicht hinreichend genau bekannt, muss diese Unsicherheit benannt werden. Dasselbe gilt im Hinblick auf einen m\u00f6glichen Nutzen. Nutzen und Risiken sollen m\u00f6glichst nicht nur in relativen Zahlen ausgedr\u00fcckt werden (\u201edie Schadstoffbelastung stieg um das Zehnfache\u201c), sondern auch in absoluten Zahlen samt deren Einordnung (\u201eGemessen wurden x Mikrogramm pro Liter, das liegt nur knapp unter dem zul\u00e4ssigen Grenzwert.\u201c).<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>eine Grenzwert\u00fcberschreitung als \u201egesundheitlich unbedenklich\u201c bagatellisiert wird, obwohl eine reale Gef\u00e4hrdung besteht oder das genaue Risiko unbekannt ist.<\/li>\n<li>die \u00dcberschreitung eines Grenzwerts als akute Gesundheitsgefahr dargestellt wird, ohne dass es daf\u00fcr konkrete Anhaltspunkte gibt.<\/li>\n<li>ein Beitrag nur pauschal von \u201eschwerwiegenden Gesundheitsgefahren\u201c durch Chemikalien in Lebensmitteln spricht und damit \u00c4ngste sch\u00fcrt, ohne dass mitgeteilt wird, welche Mengen belasteter Lebensmittel bedenklich sind.<\/li>\n<li>dramatischen Behauptungen aufgestellt werden, die nicht durch Studiendaten belegt sind \u2013 etwa wenn ein Beitrag suggeriert, das Aussterben einer Tierart sei unausweichlich, ohne dass diese Einsch\u00e4tzung durch entsprechende Daten gest\u00fctzt werden k\u00f6nnte.<\/li>\n<li>die Chancen einer Umwelttechnologie oder umweltpolitischen L\u00f6sung \u00fcbertrieben dargestellt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;2. L\u00f6sungshorizonte und Handlungsoptionen&#8220; module_id=&#8220;handlungsoptionen&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>2. L\u00f6sungshorizonte und Handlungsoptionen \/ kein &#8222;Greenwashing&#8220;<\/h3>\n<h4>Der Beitrag nennt Wege, ein Umweltproblem zu l\u00f6sen oder zu vermeiden, soweit dies m\u00f6glich und angebracht ist.<\/h4>\n<p>Der Beitrag macht deutlich, wie gro\u00df die Aussagekraft der berichteten Ereignisse und Fakten ist, auf die er sich bezieht. \u00a0Es muss z.B. klar werden, ob es sich um eine Langzeitstudie, real beobachtete Umweltver\u00e4nderungen, um Prognosen, Modellrechnungen, r\u00fcckblickende Rekonstruktionen oder um Messwerte aus wenigen Stichproben handelt, die vielleicht alarmierend, in ihrer Aussagekraft (\u201eEvidenz\u201c) aber begrenzt sind. Hypothesen m\u00fcssen klar von Fakten unterschieden werden. Die Rezipienten sollten zumindest in groben Z\u00fcgen erfahren, wie die wesentlichen Daten erhoben wurden und wie aussagekr\u00e4ftig die jeweiligen Verfahren sind. Werden Schwellenwerte genannt, muss m\u00f6glichst klar werden, ob es sich um verbindliche Grenzwerte, vorl\u00e4ufige \u201eReferenzwerte\u201c, Empfehlungen, oder um angestrebte Zielwerte handelt.<\/p>\n<p>Wenn L\u00f6sungsans\u00e4tze zu einem Umweltproblem bereits vorliegen oder debattiert werden, soll der Beitrag diese benennen und einordnen. Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten ist es dabei nicht zwingend, selbst L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu entwickeln.<\/p>\n<p>Der Beitrag macht deutlich, ob ein Umweltproblem bzw. ein Umweltschaden durch politische, rechtliche oder technische Mittel zu verringern bzw. zu vermeiden w\u00e4re (z.B. Umstellung der Produktion, Ersatz von problematischen Substanzen, \u00c4nderungen von Gesetzen und Verordnungen). Wenn mehrere Handlungsoptionen zur Diskussion stehen, werden diese benannt. Wo es angebracht ist, wird auch thematisiert, inwieweit Mediennutzerinnen und -nutzer durch eine \u00c4nderung ihres Verhaltens zur L\u00f6sung eines Umweltproblems beitragen k\u00f6nnen (indem sie z.B. bestimmte Produkte nicht verwenden).<br \/>Grunds\u00e4tzlich sollte deutlich werden, ob und inwieweit L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Umweltprobleme oder Nachhaltigkeitskonzepte reale Vorteile f\u00fcr die Umwelt bringen, oder ob sie eher als ein \u201eGreenwashing\u201c zur Imageverbesserung zu bezeichnen sind.<\/p>\n<p>Der Beitrag darf keine Scheinl\u00f6sungen propagieren, die nicht wirksam zur Beseitigung oder Vermeidung von Umweltproblemen beitragen, sondern mehr der Werbung als der Umwelt dienen. Wenn PR-Kampagnen \u201e\u00f6kologische Innovationen\u201c pr\u00e4sentieren, soll dies kritisch hinterfragt werden; Attribute wie \u201enachhaltig\u201c, \u201e\u00f6ko\u201c, \u201eumweltfreundlich\u201c, \u201enachwachsend\u201c oder \u201erecycelbar\u201c m\u00fcssen nach M\u00f6glichkeit auf ihren tats\u00e4chlichen Gehalt \u00fcberpr\u00fcft werden. Werden Verhaltens\u00e4nderungen als Handlungsoption angesprochen, ist nach M\u00f6glichkeit auch darzustellen, in welchem Ausma\u00df diese geeignet w\u00e4ren, ein Umweltproblem zu verringern. Auch hier darf sich der Beitrag keine Scheinl\u00f6sungen zu eigen machen, mit denen z.B. Firmen versuchen k\u00f6nnten, ihre Verantwortung auf Verbraucher abzuw\u00e4lzen.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>auf technischer, politischer oder juristischer Ebene bereits L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr das dargestellte Umweltproblem diskutiert werden, der Beitrag dies aber nicht thematisiert.<\/li>\n<li>Ein Beitrag sehr einseitig und ohne nachvollziehbaren Grund einen von mehreren L\u00f6sungswegen favorisiert.<\/li>\n<li>es praktikable Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Mediennutzerinnen und -nutzer gibt, ein Umweltrisiko zu vermeiden, und der Beitrag dies nicht erw\u00e4hnt.<\/li>\n<li>unkritisch \u00fcber Produkte oder Ma\u00dfnahmen berichtet wird, die eher darauf zielen, das Image eines Unternehmens, einer NGO oder Forschungseinrichtung aufzubessern (\u201eGreenwashing\u201c), als tats\u00e4chlich einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten (z.B. Prototypen f\u00fcr \u00d6koautos von Konzernen, die ansonsten Spritfresser produzieren; nur vorgeblich recycelbare Verpackungen).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>\u201eNicht anwendbar\u201c<\/strong><\/em> kann das Kriterium sein, wenn keine realistische Handlungsoption besteht. So kann z.B. gegen radioaktive Teilchen in der Erdatmosph\u00e4re, die aus fr\u00fcheren A-Bomben-Tests stammen, nach derzeitigem Kenntnisstand nichts mehr unternommen werden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;3. R\u00e4umliche Dimension &#8220; module_id=&#8220;raum&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>3. R\u00e4umliche Dimension (Lokal &#8211; Regional &#8211; Global)<\/h3>\n<h4>Die r\u00e4umliche Reichweite eines Umweltproblems sowie der Zusammenhang zwischen lokalen, regionalen und globalen Perspektiven werden dargestellt.<\/h4>\n<p>Der Beitrag muss eine klare r\u00e4umliche Orientierung bieten. So muss er z.B. deutlich machen, welche Region von einem Umweltthema betroffen oder welches Gebiet in einer Studie untersucht worden ist. Wie sind die geographischen Voraussetzungen in der jeweiligen Region? Gibt es spezielle regionale Bedingungen, die f\u00fcr das Thema bedeutsam sind? Viele Umweltprobleme und L\u00f6sungsans\u00e4tze haben sowohl lokale als auch \u00fcberregionale oder sogar globale Aspekte, die der Beitrag nach M\u00f6glichkeit miteinander verkn\u00fcpfen sollte: Welche Auswirkungen hat unsere Ern\u00e4hrungsweise auf die L\u00e4nder, aus denen wir unsere Lebens- und Futtermittel importieren? Hat die Verunreinigung eines Flusses nur lokale Auswirkungen oder auch Folgen f\u00fcr das Meer, in welches dieser Fluss m\u00fcndet? Haben Umweltprobleme in anderen Teilen der Welt auch hierzulande Auswirkungen? Spielen f\u00fcr das jeweilige Thema neben nationalem Umweltrecht auch europ\u00e4ische \/ internationale Regelungen oder Vertr\u00e4ge eine Rolle?.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>die lokale Begrenztheit eines St\u00f6rfalls nicht angesprochen wird.<\/li>\n<li>die Wechselwirkung zwischen globalen und lokalen Aspekten au\u00dfen vor bleibt, obwohl sie f\u00fcr das jeweilige Thema relevant w\u00e4ren.<\/li>\n<li>unber\u00fccksichtigt bleibt, dass Probleme und L\u00f6sungen an spezielle geographische Bedingungen gekn\u00fcpft sind. Oder wenn Zusammenh\u00e4nge konstruiert werden, die in dieser Form nicht existieren oder nicht mit hinreichender Sicherheit nachgewiesen sind (z.B. zwischen manchen lokalen Wetterph\u00e4nomenen und der globalen Erw\u00e4rmung).<\/li>\n<li>beispielsweise \u00fcber den R\u00fcckgang \/ die Erholung bestimmter Arten berichtet wird, ohne deutlich zu machen, auf welches Gebiet sich diese Aussagen beziehen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;4. Zeitliche Dimension&#8220; module_id=&#8220;zeit&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>4. Zeitliche Dimension (Nachhaltigkeit)<\/h3>\n<h4>Die zeitliche Reichweite eines Umweltproblems oder Ph\u00e4nomens wird dargestellt.<\/h4>\n<p>Der Beitrag muss eine klare zeitliche Orientierung bieten. So muss er z.B. deutlich machen, ob es sich um ein singul\u00e4res, also zeitlich begrenztes Ereignis handelt oder um eine Problematik mit langfristigen Folgen. Bei einem Chemieunfall geht es einerseits um die akuten Auswirkungen (verletzte Arbeiter, gesch\u00e4digte Anwohner), andererseits aber auch um die Frage, ob langlebige Gifte in die Umwelt gelangten. Ferner: War es ein unvorhersehbares, in dieser Form einmaliges Ungl\u00fcck, oder sind vergleichbare St\u00f6rf\u00e4lle bei \u00e4hnlichen Anlagen auch schon in der Vergangenheit aufgetreten, sodass es sich um eine Serie von Ereignissen handeln k\u00f6nnte? Sind technische L\u00f6sungsans\u00e4tze zukunftstr\u00e4chtig, haben sie also eine nachhaltige Wirkung oder beheben sie nur einen akuten Schaden? Ist ein Vorschlag zur Regulierung geeignet, ein Umweltproblem auf lange Sicht zu l\u00f6sen oder einzud\u00e4mmen? Hat der Artenschwund in einem Gebiet pl\u00f6tzlich eingesetzt oder ist er schon seit l\u00e4ngerer Zeit zu beobachten? Reichert sich ein Schadstoff mit der Zeit an, oder wird er rasch abgebaut?<\/p>\n<p>Wird \u00fcber Messungen oder Beobachtungen berichtet, muss hinreichend deutlich werden, wann und \u00fcber welchen Zeitraum Daten erhoben wurden bzw. f\u00fcr welchen Zeitabschnitt sie relevant sind. Bei zeitlichen Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen die Bezugspunkte klar werden, indem beispielsweise darauf hingewiesen wird, in welchem Zeitraum sich ein Umweltproblem versch\u00e4rft \/ gebessert hat, oder wann sich rechtliche Bestimmungen ge\u00e4ndert haben.<br \/>Generell ist der bislang vorhandene Sach- bzw. Kenntnisstand zu einem Umweltthema darzulegen und der tats\u00e4chliche oder vermeintliche Neuigkeitswert einzuordnen. Wird \u00fcber neue Erkenntnisse zu einer seit l\u00e4ngerem laufende Debatte berichtet, d\u00fcrfen Rezipienten nicht den falschen Eindruck gewinnen, dass es sich um ein v\u00f6llig neues oder bisher unbemerktes Geschehen handle.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>unklar bleibt, wann Daten erhoben wurden, oder wenn die m\u00f6glichen Langzeitfolgen eines akuten Umweltproblems nicht thematisiert werden.<\/li>\n<li>das Verschwinden einer einzelnen Art als (zeitlich) singul\u00e4res Problem beschrieben wird (\u201eWachtelk\u00f6nig gef\u00e4hrdet Bau der Autobahn\u201c), ohne zu ber\u00fccksichtigen, dass es auch ein Symptom f\u00fcr die schleichende Ver\u00e4nderung eines ganzen Lebensraums sein k\u00f6nnte und der m\u00f6gliche Verlust von Biodiversit\u00e4t in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang gestellt wird.<\/li>\n<li>berichtet wird, dass bestimmte Schadstoffe \u201eimmer h\u00e4ufiger\u201c nachgewiesen w\u00fcrden, ohne zu hinterfragen ob die Belastung zugenommen hat, oder ob die gemessenen Chemikalienwerte z.B. das Resultat einer zwischenzeitlich verbesserten Analytik sind.<\/li>\n<li>ein l\u00e4ngst bekanntes Ph\u00e4nomen zu einem vorgeblich neuen Skandal aufgebauscht.<\/li>\n<li>eine nur marginal ver\u00e4nderte Umwelttechnik als v\u00f6llig neue L\u00f6sung angepriesen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;5. Pro und Contra  &#8220; module_id=&#8220;contra&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>5. Pro und Contra<\/h3>\n<h4>Es werden die wesentlichen relevanten Standpunkte angemessen dargestellt.<\/h4>\n<p>Handelt es sich um ein kontroverses Thema, sind die verschiedenen Standpunkte darzulegen, gegebenenfalls nach ihrer Relevanz bzw. ihrem wissenschaftlichen Gehalt zu gewichten und einzuordnen. Die Rezipienten sollten erfahren, ob es zu einer im Beitrag dargestellten Position schl\u00fcssige und plausible Gegenargumente oder eine wissenschaftliche Kontroverse gibt. So muss beispielsweise bei der Debatte um den Zusammenhang von Wetterextremen und Klimawandel zumindest exemplarisch deutlich werden, welche unterschiedlichen Positionen dazu in der Wissenschaft vertreten werden welche Erkenntnisse als gesichert gelten und welche Fragen noch offen sind.<\/p>\n<p>Es ist nach M\u00f6glichkeit deutlich zu machen, wer f\u00fcr bestimmte Entscheidungen verantwortlich und wer betroffen ist, wer davon profitiert und wer Verluste erleidet. Zumindest exemplarisch sollte angesprochen werden, welche Vor- und Nachteile f\u00fcr die Umwelt, u.U. aber auch z.B. f\u00fcr die Wirtschaft, den Verbraucher oder die Lebensqualit\u00e4t mit bestimmten Handlungsweisen verbunden sind. Wird beispielsweise \u00fcber negativen Folgen der \u00dcberd\u00fcngung auf die Umwelt berichtet, ist es angemessen, dazu nicht nur Umweltsch\u00fctzer zu befragen, sondern auch die Sichtweise der Landwirte einzubeziehen.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z.B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>zu einer wissenschaftlich noch offenen Kontroverse oder einem Konflikt zwischen verschiedenen Interessen nicht beide Seiten einbezogen werden, und wenn wesentliche Argumente unter den Tisch fallen.<\/li>\n<li>wissenschaftliche Au\u00dfenseitermeinungen und -verfahren (z.B. radikale \u201eKlimaskeptiker\u201c, esoterische Produkte gegen Elektrosmog) unangemessenes Gewicht erhalten.<\/li>\n<li>einseitig eine bestimmte Umwelttechnologie \u2013 etwa ein spezielles Verfahren der Abwasserreinigung \u2013 propagiert wird, ohne Alternativen mit ihren Vor- und Nachteilen zu benennen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei kann ein Beitrag durchaus einen Aspekt besonders herausstellen. Er darf jedoch nicht den falschen Eindruck erwecken, dass es keine Argumente f\u00fcr Gegenpositionen gibt, sofern diese plausibel und wohlbegr\u00fcndet sind.<\/p>\n<p>Gibt es zu dem Thema keine erkennbar kontroversen Standpunkte oder Interessenlagen (etwa im Falle eines sehr weit reichenden wissenschaftlichen Konsens), ist es auch nicht notwendig, darauf eigens hinzuweisen. Das Kriterium wird dann als \u201eerf\u00fcllt\u201c gewertet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;6. Belege\/Evidenz&#8220; module_id=&#8220;belege&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>6. Belege\/Evidenz<\/h3>\n<h4>Studien, Fakten und Zahlen zu Umweltthemen werden so dargestellt, dass deren Aussagekraft (\u201eEvidenz\u201c) deutlich wird.<\/h4>\n<p>Der Beitrag macht deutlich, wie gro\u00df die Aussagekraft der berichteten Ereignisse und Fakten ist, auf die er sich bezieht. Es muss z.B. klar werden, ob es sich um eine Langzeitstudie, real beobachtete Umweltver\u00e4nderungen, um Prognosen, Modellrechnungen, r\u00fcckblickende Rekonstruktionen oder um Messwerte aus wenigen Stichproben handelt, die vielleicht alarmierend, in ihrer Aussagekraft (\u201eEvidenz\u201c) aber begrenzt sind. Hypothesen m\u00fcssen klar von Fakten unterschieden werden. Die Rezipienten sollten zumindest in groben Z\u00fcgen erfahren, wie die wesentlichen Daten erhoben wurden und wie aussagekr\u00e4ftig die jeweiligen Verfahren und Methoden sind. Werden Schwellenwerte genannt, muss m\u00f6glichst klar werden, ob es sich um verbindliche Grenzwerte, vorl\u00e4ufige \u201eReferenzwerte\u201c, Empfehlungen, oder um angestrebte Zielwerte handelt.<\/p>\n<p>Ein Beitrag sollte Bezugsgr\u00f6\u00dfen nennen, die es den Rezipienten erm\u00f6glichen, die genannten Zahlen und Fakten einzuordnen. Hei\u00dft es beispielsweise \u201eIm Vergleich zum Vorjahr fiel der Wert x um einen Prozentpunkt\u201c, ist dies nur oft aussagekr\u00e4ftig, wenn auch die Messgenauigkeit thematisiert wird. Bei Abweichungen von einem Mittelwert sollte die nat\u00fcrliche Schwankungsbreite genannt werden. Hei\u00dft es beispielsweise, in einem Jahr sei \u201edie Zahl frostfreier Tage h\u00f6her als im Durchschnitt der Vorjahre\u201c, muss deutlich werden, wie stark diese Zahl in den vorangehenden Jahren variierte.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>der Eindruck erweckt wird, es handle sich um reale Beobachtungen, obwohl nur eine Computersimulation zugrunde liegt.<\/li>\n<li>ein Beitrag wesentliche Widerspr\u00fcche oder Unsicherheiten in der Datenlage verschweigt oder z.B. bei Prognosen und Modellrechnungen nur auf die jeweils g\u00fcnstigsten oder ung\u00fcnstigsten Szenarien verweist, ohne dass die Rezipienten das erfahren.<\/li>\n<li>es hei\u00dft, ein bestimmter Schadstoff sei \u201enicht nachweisbar\u201c, zumindest grobe Angaben zur Leistungsf\u00e4higkeit des Messverfahrens aber fehlen.<\/li>\n<li>\u00fcber nachgewiesene Schadstoffe berichtet wird, ohne die geltenden Grenzwerte zu benennen und gegebenenfalls zu diskutieren.<\/li>\n<li>Aussagen wie \u201eimmer mehr\u201c, \u201eimmer h\u00e4ufiger\u201c sind mit Zahlen zu den entsprechenden Vergleichszeitpunkten zu untermauern. Das Kriterium kann beispielsweise auch nicht erf\u00fcllt sein, wenn etwa vom \u201ewachsenden Erfolg des \u00d6ko-Tourismus\u201c die Rede ist, ohne Zahlen zu nennen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;7. Experten\/Quellentransparenz&#8220; module_id=&#8220;experten&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>7. Experten\/Quellentransparenz<\/h3>\n<h4>Die Quellen f\u00fcr Tatsachenbehauptungen und Einsch\u00e4tzungen werden benannt, und zentrale Aussagen durch mindestens zwei Quellen belegt.<\/h4>\n<p>Der Beitrag macht klar, woher die verwendeten Informationen und Bewertungen stammen und st\u00fctzt sich dabei auf mehrere, mindestens aber zwei geeignete, voneinander unabh\u00e4ngige Quellen. Zitierte Studien sollten eindeutig zu identifizieren sein. Es muss klar werden, wo diese publiziert wurden (Fachzeitschrift, Preprint-Server, Publikation eines Industrieverbandes oder einer NGO etc.).<\/p>\n<p>Bezieht sich ein Beitrag auf Studien, Messungen, Modellrechnungen oder andere Daten, muss er benennen, von wem und in wessen Auftrag (Finanzierung) diese erhoben wurden. Als zweite Quelle kann z.B. der Kommentar eines weiteren Experten oder auch der Hinweis auf fr\u00fchere Studien, Messwerte usw. dienen, von denen die neuen Erkenntnisse best\u00e4tigt oder widerlegt werden. Bei einem Fachaufsatz kann auch ein Kommentar\/ kommentierendes Editorial des betreffenden Fachjournals selbst herangezogen werden, das entweder in der gleichen oder einer sp\u00e4teren Ausgabe erschienen ist.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>der Beitrag eine Studie zitiert, die bislang ausschlie\u00dflich auf einem Preprint-Server publiziert wurde, also noch kein Peer Review durchlaufen hat, und dies f\u00fcr Leserinnen und Leser nicht deutlich macht. Auch wenn Daten lediglich auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurden, muss dies berichtet werden.<\/li>\n<li>der Beitrag nur eine einzige Quelle heranzieht, wenn er also beispielsweise zum Waldzustandsbericht eines Ministeriums ausschlie\u00dflich den zust\u00e4ndigen Minister oder seine Vertreter zitiert.<\/li>\n<li>zwar zwei Experten herangezogen werden, diese aber nicht ausreichend unabh\u00e4ngig voneinander sind (weil sie zum Beispiel in der gleichen Arbeitsgruppe arbeiten oder Co-Autoren der vorgestellten Studie sind, oder sonst in einer f\u00fcr das Thema relevanten abh\u00e4ngigen Arbeitsbeziehung stehen), sofern im Beitrag nicht weitere, unabh\u00e4ngige Quellen herangezogen werden. Diese Wertung ist unabh\u00e4ngig davon, ob die potenzielle Abh\u00e4ngigkeit im Artikel deutlich gemacht wird oder nicht. (aber <em>siehe dazu auch Kriterium 8 Interessenkonflikte<\/em>).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vom Erfordernis einer zweiten Quelle kann nur in Ausnahmef\u00e4llen abgewichen werden, etwa bei Formaten wie einem Interview oder in einem Portrait. In solchen F\u00e4llen kann das Kriterium \u201eerf\u00fcllt\u201c sein, wenn andere Positionen ausreichend durch die Interviewfragen oder einordnende Passagen des Autors\/der Autorin selbst eingebracht werden. Andernfalls wird das Kriterium bei solchen Formen als \u201enicht anwendbar\u201c gewertet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;8. Interessenkonflikte&#8220; module_id=&#8220;interessenkonflikte&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>8. Interessenkonflikte<\/h3>\n<h4>Vorhandene Interessenkonflikte werden angesprochen und gegebenenfalls eingeordnet.<\/h4>\n<p>Abh\u00e4ngigkeiten oder m\u00f6gliche Interessenkonflikte spielen bei Umweltthemen eine besondere Rolle, da es hier h\u00e4ufig auch um viel Geld und\/oder politischen Einfluss geht. Bei Stellungnahmen von Experten ist die Zugeh\u00f6rigkeit zu Institutionen, Beh\u00f6rden, Unternehmen oder Organisationen anzugeben. Liegt ein m\u00f6glicher \u201econflict of interest\u201c vor, ist darauf hinzuweisen.<\/p>\n<p>Ein Beitrag sollte klarstellen, ob bei einem Experten Interessenkonflikte vorliegen, etwa weil die Forschung durch eine Firma oder eine NGO finanziert wird, ein Patent oder ein Werbevertrag vorhanden ist, oder der Experte an einem empfohlenen Produkt mitverdient.<\/p>\n<p>Nicht jede externe Finanzierung, z.B. durch die Industrie, f\u00fchrt automatisch zu einer Beeinflussung von Forschungsresultaten; sie muss aber in jedem Fall transparent gemacht werden. Anhaltspunkte zum Umgang mit Interessenkonflikten haben wir hier zusammengestellt:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/gesundheit\/sprechstunde\/interessenkonflikte-wie-sollten-journalisten-daruber-berichten\/\">http:\/\/www.medien-doktor.de\/gesundheit\/sprechstunde\/interessenkonflikte-wie-sollten-journalisten-daruber-berichten\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/gesundheit\/sprechstunde\/interessenkonflikte-eine-abgrenzung\/\">http:\/\/www.medien-doktor.de\/gesundheit\/sprechstunde\/interessenkonflikte-eine-abgrenzung\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch die Befangenheitsregeln der DFG k\u00f6nnen hier hilfreich sein:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20210228221826\/http:\/www.dfg.de\/formulare\/10_201\/10_201_de.pdf\">www.dfg.de\/formulare\/10_201\/10_201_de.pdf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gibt es keine f\u00fcr uns erkennbaren Hinweise auf Interessenkonflikte, ist es im Beitrag auch nicht notwendig zu berichten, dass <em>keine<\/em> Interessenkonflikte vorliegen. Das Kriterium wird dann als \u201eerf\u00fcllt\u201c betrachtet, auch ohne, dass im Beitrag auf den Aspekt \u201e(kein) Interessenkonflikt\u201c explizit eingegangen wird.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>auf vorhandene (auch potenzielle) relevante Interessenkonflikte wirtschaftlicher oder anderer Art der Experten nicht hingewiesen wird.<\/li>\n<li>relevante Beziehungen der Experten (oder anderer Personen im Beitrag) untereinander <strong>nicht<\/strong> erl\u00e4utert werden. Etwa wenn diese in derselben Arbeitsgruppe arbeiten oder Co-Autoren der vorgestellten Studien sind (<em>siehe dazu auch Kriterium. Experten\/Quellentransparenz<\/em>). Werden solche Beziehungen deutlich gemacht, wird das Kriterium als \u201eerf\u00fcllt\u201c gewertet.<\/li>\n<li>nur die Zugeh\u00f6rigkeit eines Experten zu einer Universit\u00e4t, nicht aber seine umfangreiche Lobby- oder Gutachtert\u00e4tigkeit f\u00fcr eine Umweltorganisation erw\u00e4hnt wird.<\/li>\n<li>ein Experte etwa nur als \u201eGutachter der europ\u00e4ischen Lebensmittelbeh\u00f6rde\u201c vorgestellt wird, ohne anzusprechen, dass er \/ sie au\u00dferdem f\u00fcr ein industrienahes Forschungsinstitut t\u00e4tig ist.<\/li>\n<li>Eigeninteressen der Experten verschwiegen werden, etwa wenn ein zitierter Windkraftexperte zugleich Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines Unternehmens ist, das Windkraftanlagen herstellt, ohne dass der Beitrag dies anspricht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;9. Einordnung in den Kontext &#8220; module_id=&#8220;kontext&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>9. Einordnung in den Kontext (z. B. Kosten, Ethik)<\/h3>\n<h4>\u00dcber naturwissenschaftliche, gesundheitliche und technische Aspekte hinaus werden politische, soziale, ethische, kulturelle oder wirtschaftliche Aspekte eines Umweltthemas einbezogen.<\/h4>\n<p>Je nach Art, Anlass und Gegenstand des Beitrags sollten nach M\u00f6glichkeit verschiedene \u2013 gleichwohl nicht zwingend <em>alle<\/em> Aspekte \u2013 dieser Dimensionen aufgezeigt werden. Eine wesentliche Rolle spielen oft die Kosten eines Umweltproblems oder einer ins Auge gefassten umweltpolitischen L\u00f6sung. Zum Kontext kann z.B. beim aktuellen Nachweis einer Wasserverschmutzung die Gesetzgebung zum Wasserrecht in der EU geh\u00f6ren; in der lokalen Berichterstattung z.B. die Frage, wie ein Naherholungsgebiet und damit die Bed\u00fcrfnisse von Anwohnern durch eine geplante Bauma\u00dfnahme beeinflusst w\u00fcrden. L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu Umweltproblemen h\u00e4ngen immer auch von den politischen Machtverh\u00e4ltnissen ab \u2013 insofern stellt sich z.B. die Frage, wie die unterschiedlichen Funktionstr\u00e4ger, Unternehmen und Verb\u00e4nde in der jeweiligen Region dazu stehen. Wo angebracht sind die Kosten von Umweltsch\u00e4den und -schutzma\u00dfnahmen zu beziffern (z.B. wenn Kostenaspekte von Experten oder anderen Diskutanten in die Debatte eingebracht werden) oder ethische Probleme (z.B. Tierschutzfragen) zu benennen.<\/p>\n<p><em><strong>Die Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>solche kontextualen Bez\u00fcge naheliegen, der Beitrag sich aber ohne ersichtlichen Grund auf rein naturwissenschaftlich-technische Aspekte beschr\u00e4nkt. So ist das Kriterium \u201enicht erf\u00fcllt\u201c, wenn beispielsweise \u00fcber die \u00f6kologischen Folgen einer zunehmenden Bodenversiegelung berichtet wird, aber keinerlei Aussagen zu den \u00f6konomischen und sozialen Ursachen und Folgen gemacht werden.<\/li>\n<li>sich der Beitrag nicht mit den finanziellen Aspekten eines Umweltproblems besch\u00e4ftigt, obwohl die Kosten bedeutsam sind und dazu auch Zahlen vorliegen. So sind z.B. bei Konzepten f\u00fcr neue Energiespeicher nicht nur die technischen Aspekte relevant, sondern auch Fragen der Wirtschaftlichkeit.<\/li>\n<li>relevante soziale Aspekte au\u00dfen vor bleiben. So kann es bei geplanten Ma\u00dfnahmen zum Hochwasserschutz z.B. auch um die psychosozialen Folgen f\u00fcr die Menschen gehen, die in solchen Hochwassergebieten leben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;10. Faktentreue &#8220; module_id=&#8220;faktentreue&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>10. Faktentreue<\/h3>\n<h4>Der Beitrag gibt die wesentlichen Daten und Fakten korrekt wieder.<\/h4>\n<p>Bei diesem Kriterium geht es darum, zu pr\u00fcfen, ob ein Beitrag offensichtliche und wesentliche Fehler bei den Fakten enth\u00e4lt. Nicht jeder Fakt und jede Tatsachenbehauptung kann von den Gutachtern gegenrecherchiert werden. Zu pr\u00fcfen ist aber: Gibt der Beitrag die Hauptaussage einer Studie oder anderer Quellen, auf die er sich bezieht, richtig wieder? Stimmen die Zahlen, die im Beitrag genannt werden, mit den zitierten Quellen \u00fcberein? Beschreibt der Beitrag \u2013 soweit \u00fcberpr\u00fcfbar \u2013 Ereignisse, Abl\u00e4ufe, Messverfahren oder z.B. auch die Methodik einer Studie richtig? \u201eRichtigkeit\u201c ist hier weder gleichbedeutend mit objektiver Wahrheit noch mit Vollst\u00e4ndigkeit. Ein Beitrag muss nicht <em>alle<\/em> Aspekte einer Studie, <em>alle<\/em> Vorkommnisse bei einer Umweltkatastrophe, s\u00e4mtliche Details eines Messverfahrens beschreiben; die genannten Fakten aber m\u00fcssen stimmen.<\/p>\n<p><em><strong>Die Wertung k\u00f6nnte \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>in einem Beitrag \u2013 auch jenseits wissenschaftlicher Studien \u2013 offensichtlich fehlerhafte Angaben gemacht werden.<\/li>\n<li>erkennbare Widerspr\u00fcche in der Datenlage verschwiegen werden.<\/li>\n<li>der Beitrag erkennbar falsche Daten, Zahlen oder Fakten (z.B. zur Funktion von Experten) nennt.<\/li>\n<li>der Beitrag falsche Bez\u00fcge (Ursache -&gt; Wirkung) herstellt.<\/li>\n<li>vorl\u00e4ufige Annahmen und Risikoabsch\u00e4tzungen als gesichertes Wissen pr\u00e4sentiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch eine H\u00e4ufung kleiner Fehler, die auf mangelnde Sorgfalt bei der Recherche schie\u00dfen l\u00e4sst, kann dazu f\u00fchren, dass das Kriterium \u201enicht erf\u00fcllt\u201c gewertet wird.<\/p>\n<p>Bietet ein Beitrag ausschlie\u00dflich Behauptungen ohne jegliche Hinweise auf Belege und Quellen, sodass die Aussagen durch die Gutachterinnen und Gutachter nicht zu \u00fcberpr\u00fcfen sind, ist das Kriterium \u201enicht anwendbar\u201c. In einem solchen Fall ist aber bereits das Kriterium \u201eBelege\/Evidenz\u201c \u201enicht erf\u00fcllt\u201c; unter Umst\u00e4nden kann deswegen auch abgewertet werden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;11. Journalistische Eigenleistung&#8220; module_id=&#8220;eigenleistung&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>11. Journalistische Eigenleistung<\/h3>\n<h4>Der Beitrag geht in seinem Informationsgehalt und in der Darstellungsweise deutlich \u00fcber eine Pressemitteilung\/das Pressematerial hinaus.<\/h4>\n<p>Zu pr\u00fcfen ist, ob ein Beitrag \u00fcberwiegend auf eigenen Recherchen basiert, oder eine nahezu ausschlie\u00dfliche \u00dcbernahme von Pressematerial bzw. fremden journalistischen Beitr\u00e4gen, wie zum Beispiel von Medienbeitr\u00e4gen aus anderen L\u00e4ndern darstellt.<\/p>\n<p>Eine Pressemitteilung als <em>einzige<\/em> oder ganz \u00fcberwiegende Quelle ist nicht akzeptabel. Ein Beitrag sollte inhaltlich deutlich \u00fcber eine ggf. zum Thema vorhandene Pressemitteilung oder anderes Pressematerial hinausgehen, damit von einer eigenen journalistischen Rechercheleistung gesprochen werden kann.<\/p>\n<p>Eine Pressemitteilung\/eine Pressekonferenz oder Pressematerial kann ein Anlass, aber keine komplette Vorlage f\u00fcr den Beitrag sein \u2013 auch wenn es im zunehmend schwieriger werdenden Redaktionsalltag vorkommen kann, dass z.B. eine gute gemachte Pressemitteilung einen Gro\u00dfteil der n\u00f6tigen Informationen liefert.<\/p>\n<p>Bei der \u00dcbernahme von Videomaterial, das z.B. von Unternehmen oder Forschungseinrichtungen zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, ist auf die Quelle hinzuweisen. Wird ausschlie\u00dflich solches Material verwendet, ist das Kriterium bei Fernsehbeitr\u00e4gen als \u201enicht erf\u00fcllt\u201c zu werten. Auch wenn eigene Bilder oder Filmsequenzen ohne erkennbare weitere Recherche lediglich die Inhalte einer Pressemitteilung illustrieren, kann das Kriterium \u201enicht erf\u00fcllt\u201c sein.<\/p>\n<p>Lieferte eine Recherche keine weiteren Belege f\u00fcr Inhalte einer Pressemitteilung, muss darauf zumindest hingewiesen werden (\u201eVon anderen Einrichtungen liegen dazu keine Erkenntnisse vor.\u201c Oder: \u201eDer Experte x konnte dies nicht mit eigenen Forschungsergebnissen best\u00e4tigen \/ widerlegen.\u201c).<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>ein Beitrag eine Pressemitteilung in gro\u00dfen Teilen w\u00f6rtlich oder sinngem\u00e4\u00df \u00fcbernimmt, ohne weitere Quellen heranzuziehen, oder wenn sie nur geringf\u00fcgig um Informationen erg\u00e4nzt wird, die f\u00fcr das Thema nebens\u00e4chlich sind. Die blo\u00dfe \u00dcbernahme einer (auch gek\u00fcrzten) Pressemitteilung, sei es von Unternehmen, Beh\u00f6rden, Umweltorganisationen oder wissenschaftlichen Einrichtungen, ist keine journalistische Eigenleistung.<\/li>\n<li>mehrere l\u00e4ngere Passagen aus Pressemitteilungen \u00fcbernommen werden, ohne dass deren Herkunft deutlich wird. \u00dcblich und zul\u00e4ssig ist dagegen die \u00dcbernahme von einzelnen Zitaten aus Pressemitteilungen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><em>Die Wertung kann \u201enicht anwendbar\u201c lauten<\/em><\/strong>, wenn zu dem Beitrag zwar keine Pressemitteilung gefunden wird, es aber sehr wahrscheinlich erscheint, dass der Beitrag doch auf einer Pressemitteilung beruht (z.B. aufgrund seines unkritischen und\/oder werbenden Charakters, bei lobender Erw\u00e4hnung nur einer einzigen Forschungseinrichtung oder eines einzigen Unternehmens und\/oder lediglich einzelnen, zudem abh\u00e4ngigen Quellen).<\/p>\n<p><em><strong>Das Kriterium wird als \u201eerf\u00fcllt\u201c angesehen<\/strong><\/em>,<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>wenn zwar keine Pressemitteilung gefunden wurde, aber aus dem Beitrag klar hervorgeht, dass eine Pressemitteilung nicht die einzige Quelle sein kann (z.B. durch Zitate von Experten unterschiedlicher Forschungseinrichtungen, Unternehmen etc., die bei dem Thema nicht zusammenarbeiten).<\/li>\n<li>Bei einem Beitrag, der mehrere unabh\u00e4ngige Quellen nennt, kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass er NICHT allein auf einer Pressemitteilung\/ Pressematerial beruht. In diesem Fall liegt also eine journalistische Eigenleistung vor, daher werten wir \u2013 auch wenn wir keine Pressemitteilung zum Abgleich finden \u2013 in diesem Falle \u201eerf\u00fcllt\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;12. Attraktivit\u00e4t der Darstellung&#8220; module_id=&#8220;darstellung&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>12. Attraktivit\u00e4t der Darstellung<\/h3>\n<h4>Ein Beitrag bereitet ein Thema interessant und attraktiv auf.<\/h4>\n<p>Positiv ist zu bewerten, wenn die Geschichte nachvollziehbaren dramaturgischen Prinzipien folgt (z.B. Personalisierung, narrative Elemente oder klare Nachrichtenstruktur, Bezug zur Alltagswelt), und wenn Form und Inhalt harmonieren. Eine unangemessen dramatisierende oder verharmlosende Sprache ist hingegen zu vermeiden. Die \u00dcberschrift soll Aufmerksamkeit erregen, aber keine falschen Erwartungen wecken. Zur attraktiven Darstellung k\u00f6nnen interessante Beispiele oder \u00fcberraschende Aspekte beitragen und \u2013 je nach Medium \u2013 informative Visualisierungen (Grafiken, Fotos), weiterf\u00fchrende Links bei Online-Beitr\u00e4gen, eine interessante filmische Umsetzung bei TV-Beitr\u00e4gen, oder im Radio gute O-T\u00f6ne, Atmo und Schnitt. Ma\u00dfstab daf\u00fcr ist jeweils eine zum gew\u00e4hlten Format passende Umsetzung. Wo dies vom Thema her angemessen ist, kann ein Beitrag auch eine Geschichte erz\u00e4hlen oder stark unterhaltsame Elemente einbeziehen.<\/p>\n<p>Generell steht bei diesem Kriterium die Form, weniger der Inhalt im Zentrum der Betrachtung.<\/p>\n<p><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>\u00dcberschrift und Teaser \u00fcbertrieben dramatisieren oder falsche Erwartungen wecken, die der Beitrag nicht einl\u00f6sen kann.<\/li>\n<li>im Text Hauptsatz an Hauptsatz aneinandergereiht sind, und der Beitrag somit zwar verst\u00e4ndlich, zugleich aber langweilig ist.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Das Kriterium wird als \u201eerf\u00fcllt\u201c angesehen, wenn<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>die Darstellung insgesamt so attraktiv ist, dass Mediennutzerinnen und -nutzer den Beitrag mit recht hoher Wahrscheinlichkeit \u00fcber weite Strecken oder sogar bis zum Ende lesen\/ h\u00f6ren\/ anschauen m\u00f6gen,<\/li>\n<li>der Beitrag durch eine attraktive Darstellung Interesse f\u00fcr das vorgestellte Thema weckt, insbesondere zum Beispiel auch bei Nutzerinnen und Nutzern, die sich vielleicht (z.B. aus Gr\u00fcnden der Betroffenheit) nicht ohnehin daf\u00fcr interessiert h\u00e4tten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;13. Verst\u00e4ndlichkeit&#8220; module_id=&#8220;verst\u00e4ndlichkeit&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>13. Verst\u00e4ndlichkeit<\/h3>\n<h4>Der Beitrag ist f\u00fcr ein Laienpublikum verst\u00e4ndlich.<\/h4>\n<p>Dieses Kriterium gilt als \u201eerf\u00fcllt\u201c, wenn ein Beitrag verst\u00e4ndlich ist, weil er klar strukturiert ist, angemessene Satzl\u00e4ngen verwendet, Fachbegriffe nur in Ausnahmef\u00e4llen verwendet (und diese dann erl\u00e4utert), Zusammenh\u00e4nge gut erkl\u00e4rt, und ggf. erkl\u00e4rendes Bild- und Tonmaterial einsetzt. Angemessene Vergleiche dienen der Verst\u00e4ndlichkeit, schiefe Bilder f\u00fchren in die Irre.<\/p>\n<p>Handelt es sich um einen nachrichtlichen Beitrag, sollten m\u00f6glichst alle W-Fragen (wer, was, wo, wie, wann und warum) beantwortet werden.<\/p>\n<p><em><strong>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>Fachjargon ohne Erl\u00e4uterung verwendet wird.<\/li>\n<li>ein Thema zu abstrakt dargestellt wird.<\/li>\n<li>die Struktur wirr erscheint, logische Fehler auftreten.<\/li>\n<li>Bandwurms\u00e4tze \u00fcber mehrere Zeilen und Schachtels\u00e4tze das Verst\u00e4ndnis und den Lesefluss erschweren.<\/li>\n<li>in einem nachrichtlichen Beitrag ein Teil der W-Fragen nicht beantwortet wird.<\/li>\n<li>ein Beitrag von unverst\u00e4ndlichen oder irref\u00fchrenden Bildern begleitet wird. Hierbei ist zu fragen: Erg\u00e4nzen sie den Inhalt des Beitrags oder \u00fcberdecken\/verf\u00e4lschen sie ihn? Bei Grafiken ist z.B. auf die verwendeten Skalen, etwaige Verzerrungen, unangemessene Ma\u00dfst\u00e4be, t\u00e4uschende Perspektiven, L\u00fccken in den dargestellten Daten etc. zu achten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_text admin_label=&#8220;14. Themenauswahl &#8220; module_id=&#8220;themenauswahl&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>14. Themenauswahl<\/h3>\n<h4>Das Thema ist aktuell, oder der Beitrag greift ein Thema auf, das auch unabh\u00e4ngig von aktuellen Anl\u00e4ssen relevant oder originell \/ ungew\u00f6hnlich ist.<\/h4>\n<p>Es muss deutlich werden, warum ein Medium \u00fcber ein Umweltthema ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt berichtet. Der Anlass kann einerseits ein aktuelles Geschehen sein (aktuell aufgetretene Umweltsch\u00e4den, neue Umwelttechnik oder aktuelle Studie, Konferenz \u2026). Andererseits sind jenseits von Tagesaktualit\u00e4t und momentanen \u201eSkandalen\u201c viele Umweltthemen aber auch langfristig relevant (Klimaschutz, Biodiversit\u00e4t, Abholzung der Regenw\u00e4lder, \u00dcberfischung usw.) Findet ein Beitrag f\u00fcr solche besonders wichtigen Themenbereiche aktuelle oder originelle Ankn\u00fcpfungspunkte, oder liefert er dazu wichtige Hintergrundinformationen, die geeignet sind, das Interesse der Mediennutzer zu wecken, ist dies auch jenseits einer blo\u00dfen Tagesaktualit\u00e4t positiv zu bewerten.<\/p>\n<p>Ein Beitrag kann durch ein ungew\u00f6hnliches Thema oder einen \u00fcberraschenden Blickwinkel \u00fcberzeugen \u2013 und somit den Mediennutzern besonders kurios, humorvoll oder \u00fcberraschend erscheinen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wird hier bewertet, ob der Beitrag eine seinem Medium (bezogen auf dessen Erscheinungsfrequenz) oder einem zeitlichen Rahmen (z. B. Jahreszeit) angemessene Aktualit\u00e4t besitzt und diese f\u00fcr den Leser\/Zuh\u00f6rer\/Zuschauer deutlich macht (z.B. durch Formulierungen wie \u201eErgebnisse, die heute\/gestern\/diese Woche in einem Fachmagazin\/Konferenz ver\u00f6ffentlicht wurden.\u201c oder \u201e\u2026 wie in dem diese Woche ver\u00f6ffentlichten Buch beschrieben \u2026 \u201c).<\/p>\n<p>Sollte das Thema eines Beitrags nicht aktuell sein, muss es relevant sein. Ist es nicht relevant, muss es zumindest ungew\u00f6hnlich sein.<\/p>\n<p><strong><em>Wertung kann \u201enicht erf\u00fcllt\u201c lauten, wenn z. B. \u2026<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li>weder ein aktueller Anlass zur Berichterstattung besteht, noch die Relevanz oder Originalit\u00e4t des Themas eine Berichterstattung unabh\u00e4ngig von aktuellen Anl\u00e4ssen rechtfertigt \u2013 umso mehr, als damit eher ein Desinteresse (\u201eAbstumpfungseffekt\u201c) an Umweltthemen ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte.<\/li>\n<li>ein Thema nur f\u00fcr kleine, sehr spezielle Fachkreise von Bedeutung ist, ohne zumindest den Anspruch der besonderen Originalit\u00e4t\/Kuriosit\u00e4t zu erf\u00fcllen, denn dann spielt auch Aktualit\u00e4t keine Rolle.<\/li>\n<li>der aktuelle Bezug nur konstruiert erscheint (z.B. \u201eTag des XY\u201c im Rahmen einer PR-Kampagne).<\/li>\n<li>versucht wird, Aktualit\u00e4t zu suggerieren, obwohl ein Thema veraltet ist (z. B. Tageszeitungsbeitrag: \u201ewie die Forscher jetzt herausgefunden haben\u201c, das Ergebnis\/der Anlass aber schon seit einem Monat bekannt\/ver\u00f6ffentlicht ist). Dieses Kriterium orientiert sich am Ver\u00f6ffentlichungsrhythmus des Mediums.<\/li>\n<li>eine Pressekonferenz als Anlass f\u00fcr eine zeitnahe Berichterstattung genommen wird, die \u00fcber die Ergebnisse einer laufenden bzw. (noch) nicht ver\u00f6ffentlichten Studie berichtet, und es f\u00fcr Journalistinnen und Journalisten keine M\u00f6glichkeit gibt, die Studie zur \u00dcberpr\u00fcfung zu erhalten. Da dann weder Ergebnisse noch Methodik \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen, raten wir generell von einer solchen Berichterstattung ab.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_3&#8243; _builder_version=&#8220;4.9.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#F6F6F6&#8243; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text ol_position=&#8220;outside&#8220; ol_item_indent=&#8220;20px&#8220; admin_label=&#8220;Kriterien-Kasten Umwelt&#8220; _builder_version=&#8220;4.13.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; text_font_size=&#8220;14px&#8220; text_line_height=&#8220;2.1em&#8220; ol_text_align=&#8220;left&#8220; ol_line_height=&#8220;2.4em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#444444&#8243; background_color=&#8220;#f6f6f6&#8243; module_alignment=&#8220;left&#8220; custom_padding=&#8220;15px|15px|15px|15px|false|false&#8220; global_module=&#8220;1285&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h3>Die Kriterien des<br \/>Medien-Doktor UMWELT<\/h3>\n<p>Es folgt der 2020 \u00fcberarbeitete und aktuell g\u00fcltige Kriterienkatalog. Der alte Kriterienkatalog, an dem sich alle vorher ver\u00f6ffentlichten Gutachten orientieren, <a href=\"https:\/\/medien-doktor.de\/umwelt\/mediendoktor-umwelt-alte-kriterien\/\">kann hier eingesehen werden<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#\u00fcbertreibung\">KEINE \u00dcBERTREIBUNG \/ VERHARMLOSUNG<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#handlungsoptionen\">L\u00d6SUNGSHORIZONTE UND HANDLUNGSOPTIONEN<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#raum\">R\u00c4UMLICHE DIMENSION<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#zeit\">ZEITLICHE DIMENSION (NACHHALTIGKEIT)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#contra\">PRO UND CONTRA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#belege\">BELEGE \/ EVIDENZ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#experten\">EXPERTEN \/ QUELLENTRANSPARENZ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#interessenkonflikte\">INTERESSENKONFLIKTE<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#kontext\">EINORDNUNG IN DEN KONTEXT<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#faktentreue\">FAKTENTREUE<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#eigenleistung\">JOURNALISTISCHE EIGENLEISTUNG<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#darstellung\">ATTRAKTIVIT\u00c4T DER DARSTELLUNG<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#verst\u00e4ndlichkeit\">VERST\u00c4NDLICHKEIT<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.medien-doktor.de\/umwelt\/die-kriterien\/#themenauswahl\">THEMENAUSWAHL<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kriterien &nbsp; Eine \u00dcbersicht der Kriterien des Medien-Doktor GESUNDHEIT, Medien-Doktor ERN\u00c4HRUNG und Medien-Doktor UMWELT k\u00f6nnen Sie hier als pdf herunterladen.Bewertete Beitr\u00e4ge Bewertet werden\u00a0journalistische Beitr\u00e4ge (mehr als 200 W\u00f6rter) aus Publikumsmedien, bei denen im Zentrum der Berichterstattung (d. h. in mehr als 50 Prozent des Beitrags)\u00a0ein Umweltthema steht. 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